Vorab: Das hier ist keine Rechtsberatung
Wir bauen Websites, wir sind keine Anwaltskanzlei. Die folgenden Punkte sind die Fehler, die uns in der Praxis am häufigsten begegnen. Bei konkreten Rechtsfragen — besonders bei Mitgliederdaten und Fotos — fragt bitte eine spezialisierte Kanzlei oder die Rechtsberatung eures Landessportbundes, die für Mitgliedsvereine oft kostenlos ist.
Fehler 1: Schriften und Karten von externen Servern
Der Klassiker. Bindet eine Website Google Fonts direkt von Googles Servern ein, wird bei jedem Besuch die IP-Adresse des Besuchers dorthin übertragen — ohne Einwilligung. Genau dazu gab es in den vergangenen Jahren zahlreiche Abmahnwellen, die auch Vereine getroffen haben.
Dasselbe Problem betrifft eingebettete Google Maps, YouTube-Videos und Social-Media-Widgets. Die Lösungen:
- Schriften lokal einbinden — herunterladen und vom eigenen Server ausliefern. Kein Nachteil, nebenbei schneller.
- Karten ersetzen — statt eingebetteter Karte ein Bild mit Link zur Route. Oder eine datenschutzfreundliche Alternative.
- Videos erst auf Klick laden — die sogenannte Zwei-Klick-Lösung.
Fehler 2: Ein Cookie-Banner, der nichts bringt
Viele Vereinsseiten haben einen Banner, der nichts schützt — weil er entweder falsch konfiguriert ist (Tracking startet trotzdem sofort) oder weil er gar nicht nötig wäre.
Der entscheidende Punkt: Ein Banner ist nur nötig, wenn ihr etwas einsetzt, das ihn nötig macht. Wer auf Tracking, Analyse-Werkzeuge und externe Einbindungen verzichtet, braucht keine Einwilligung und damit keinen Banner. Das ist die einfachste und rechtssicherste Lösung — und Besucher danken es euch.
Wenn ihr Besucherzahlen wissen wollt, gibt es Werkzeuge, die ohne personenbezogene Daten auskommen. Damit bleibt ihr auskunftsfähig, ohne Einwilligung einholen zu müssen.
Fehler 3: Fotos von Mitgliedern — besonders von Kindern
Das praktisch heikelste Thema im Vereinsalltag. Grundsätzlich gilt: Für die Veröffentlichung von Personenfotos braucht ihr eine Rechtsgrundlage, in der Praxis meist eine Einwilligung. Bei Minderjährigen müssen die Erziehungsberechtigten einwilligen.
Was sich in Vereinen bewährt hat:
- Eine Foto-Einwilligung im Aufnahmeantrag, getrennt ankreuzbar und jederzeit widerrufbar
- Eine Liste im Vorstand, wer nicht abgebildet werden möchte — und ein Verfahren, das sie wirklich erreicht
- Bei Mannschaftsfotos: lieber Übersichtsaufnahmen statt Nahaufnahmen einzelner Kinder
- Ein fester Ansprechpartner, an den sich Eltern wenden können, gut sichtbar auf der Website
Und ganz praktisch: Bilder mit Namensnennung von Kindern („Torschützin Lisa M., 9 Jahre“) sind besonders sensibel. Im Zweifel den Namen weglassen.
Fehler 4: Impressum und Datenschutzerklärung passen nicht
Zwei getrennte Pflichten, die gern zusammengeworfen werden:
Das Impressum braucht bei einem eingetragenen Verein den vollständigen Vereinsnamen mit Rechtsform, die ladungsfähige Anschrift, die Vertretungsberechtigten, das Registergericht mit Vereinsregisternummer sowie E-Mail-Adresse und Telefonnummer. Ein Kontaktformular allein reicht nicht.
Die Datenschutzerklärung muss zur konkreten Seite passen. Eine kopierte Erklärung, die Dienste beschreibt, die ihr gar nicht nutzt — oder die verschweigt, was ihr wirklich einsetzt — ist wertlos. Generatoren sind ein guter Startpunkt, aber jemand muss danach abgleichen, was tatsächlich auf der Seite läuft.
Fehler 5: Der Auftragsverarbeitungsvertrag fehlt
Euer Hoster verarbeitet in eurem Auftrag personenbezogene Daten — etwa Server-Logdateien mit IP-Adressen. Dafür braucht ihr einen Auftragsverarbeitungsvertrag. Seriöse Anbieter stellen ihn zum Download bereit; ihr müsst ihn abschließen und aufbewahren.
Dasselbe gilt für Newsletter-Dienste, Buchungssysteme und Vereinssoftware. Führt eine kurze Liste, wer welche Daten für euch verarbeitet — das braucht ihr ohnehin für euer Verarbeitungsverzeichnis.
Die einfachste Lösung: gar nicht erst sammeln
Der pragmatischste Weg für Vereine ist Datensparsamkeit. Eine Website, die keine Tracker lädt, keine Schriften von fremden Servern holt und keine Videos einbettet, hat schlicht kaum Angriffsfläche: kein Banner nötig, keine Einwilligung nötig, nichts, was schiefgehen kann.
Genau so bauen wir. Unsere Vereinswebsites laufen auf deutschen Servern, laden Schriften lokal und setzen keine Tracking-Cookies. Ihr bekommt Impressum und Datenschutzerklärung passend zur gebauten Seite dazu — und den AV-Vertrag des Hosters gleich mit.
Für euren Verein
Seht eure Website in 30 Sekunden
Vereinsname eintippen, Farbe wählen, Wappen hochladen — die Vorschau erscheint sofort. Ohne Anmeldung, alles im Browser.
Häufige Fragen
Brauchen wir zwingend einen Cookie-Banner?
Nur wenn ihr Dienste einsetzt, die eine Einwilligung erfordern — Tracking, Werbenetzwerke, externe Einbettungen. Verzichtet ihr darauf, braucht ihr keinen Banner. Das ist für Vereine meist der einfachere und sicherere Weg.
Dürfen wir Mannschaftsfotos veröffentlichen?
Mit Einwilligung der Abgebildeten, bei Minderjährigen der Erziehungsberechtigten. Holt sie am besten schriftlich mit dem Aufnahmeantrag ein, getrennt ankreuzbar und jederzeit widerrufbar. Wer widerspricht, darf nicht abgebildet werden — dafür braucht ihr im Verein ein Verfahren, das wirklich funktioniert.
Wer haftet, wenn etwas schiefgeht?
Verantwortlich ist der Verein als juristische Person, vertreten durch den Vorstand. Deshalb ist Datenschutz Chefsache und nichts, was man dem ehrenamtlichen Webmaster allein überlässt. Die Rechtsberatung eures Landessportbundes ist für Mitgliedsvereine oft kostenlos — nutzt sie.
Reicht ein Generator für die Datenschutzerklärung?
Als Startpunkt ja, als Endergebnis nein. Der Generator kennt eure Seite nicht. Jemand muss abgleichen, welche Dienste tatsächlich laufen, und die Erklärung entsprechend anpassen — sonst beschreibt ihr Dienste, die ihr nicht nutzt, und verschweigt die, die ihr nutzt.
Weiterlesen
Was kostet eine Vereinswebsite?
7 Min. Lesezeit
Fördermittel für die Digitalisierung im Verein
6 Min. Lesezeit
Sponsoren gewinnen — mit der Vereinswebsite als Argument
7 Min. Lesezeit