Die drei Wege — und was sie wirklich kosten
Für eine Vereinswebsite gibt es grob drei Möglichkeiten. Sie unterscheiden sich weniger im Preis als darin, wer die Arbeit macht.
| Weg | Einmalig | Laufend | Euer Aufwand |
|---|---|---|---|
| Baukasten selbst bauen | 0 € | 0–33 €/Monat | 20–60 Stunden, dauerhaft |
| Klassische Agentur | 3.000–8.000 € | Wartung extra | Abstimmung, dann wenig |
| Spezialisierter Anbieter | 490–2.000 € | 29–79 €/Monat | Ein Gespräch, dann wenig |
Der Baukasten ist nur scheinbar kostenlos. Wenn ein Ehrenamtlicher 40 Stunden investiert und die Seite danach trotzdem wie ein Baukasten aussieht, war das die teuerste Variante — bezahlt in Lebenszeit statt in Euro.
Die Posten, die in Angeboten gern fehlen
Vergleicht ihr zwei Angebote, achtet auf diese sechs Punkte. Fehlen sie, ist das Angebot nicht günstiger, sondern unvollständig:
- Hosting und SSL-Zertifikat — ohne läuft die Seite nicht, und ohne HTTPS warnt der Browser die Besucher.
- Domain — meist 10–20 € im Jahr, oft nicht enthalten.
- Pflege und Updates — besonders bei WordPress ein echter Posten: Sicherheitsupdates sind Pflicht, sonst wird die Seite gekapert.
- Inhaltsübernahme — wer tippt Texte, Chronik und Fotos von der alten Seite ab?
- Rechtstexte — Impressum und Datenschutzerklärung müssen zur konkreten Seite passen.
- Schulung — nützt die schönste Website etwas, wenn niemand News einstellen kann?
Eine Faustregel: Wenn ein Angebot deutlich günstiger ist als der Rest, fehlt meist die laufende Betreuung. Genau daran scheitern Vereinswebsites — nicht am Bau, sondern am zweiten Jahr.
Rechnet es auf eure Mitglieder um
Vorstände diskutieren über Jahresbeträge, Mitglieder erleben Monatsbeträge. Deshalb hilft diese Umrechnung in der Sitzung mehr als jede Argumentation:
| Mitglieder | Bei 29 €/Monat | Bei 49 €/Monat | Bei 79 €/Monat |
|---|---|---|---|
| 100 | 0,29 € | 0,49 € | 0,79 € |
| 300 | 0,10 € | 0,16 € | 0,26 € |
| 600 | 0,05 € | 0,08 € | 0,13 € |
Alle Werte pro Mitglied und Monat. Ein Verein mit 300 Mitgliedern zahlt für eine betreute Website im mittleren Paket also rund zwei Euro pro Mitglied im Jahr — weniger als eine Bratwurst beim Sommerfest.
Die Website kann sich selbst bezahlen
Der Punkt, der in Kostendiskussionen fast immer fehlt: Eine Vereinswebsite ist nicht nur ein Kostenblock, sie ist eine Werbefläche. Lokale Firmen zahlen seit Jahrzehnten für Bandenwerbung am Platz — digital ist bislang meist nichts passiert, obwohl dort die Reichweite entsteht.
Rechnet konservativ: Ein digitaler Sponsorenplatz für 25 € im Monat ist für einen örtlichen Handwerksbetrieb ein kleiner Betrag. Zwei solcher Plätze decken ein Paket für 49 € im Monat vollständig. Ab dem dritten verdient die Website Geld für die Vereinskasse.
Wichtig für die Glaubwürdigkeit gegenüber Sponsoren: Ihr braucht echte Sichtbarkeit — Logo auf jeder Seite, eine eigene Sponsorenseite, Erwähnung in News. Ein Logo im Fußzeilen-Kleingedruckten verkauft sich nicht zweimal.
Und die Förderung?
Viele Landessportbünde fördern die Digitalisierung von Vereinen — teils mit erheblichen Beträgen für genau solche Projekte. Der LandesSportBund Niedersachsen hat 2026 beispielsweise neue Vereinswebsites, Vereinssoftware und Apps mit bis zu 3.000 € gefördert.
Ob und wie viel bei euch möglich ist, hängt vom Bundesland, vom Zeitraum und von den Antragsfristen ab. Wir haben die wichtigsten Anlaufstellen in einem eigenen Beitrag zusammengetragen.
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Häufige Fragen
Ist WordPress günstiger als eine individuelle Lösung?
In der Anschaffung oft ja, im Betrieb selten. WordPress braucht regelmäßige Updates für Kern, Theme und Plugins — bleiben sie aus, wird die Seite früher oder später gekapert. Entweder ihr macht das selbst (Zeit) oder ihr kauft einen Wartungsvertrag (Geld). Rechnet den Posten immer mit ein, wenn ihr Angebote vergleicht.
Warum verlangen manche Anbieter eine Einrichtungsgebühr?
Weil die eigentliche Arbeit am Anfang steckt: Gestaltung, Aufbau, Inhaltsübernahme, Schulung. Anbieter ohne Einrichtungsgebühr holen sich das über eine längere Mindestlaufzeit oder eine höhere Monatsrate zurück. Rechnet immer die Gesamtkosten über drei Jahre, dann werden Angebote vergleichbar.
Wie lange sollte eine Vereinswebsite halten?
Technisch fünf bis acht Jahre, wenn sie gepflegt wird. Optisch wirkt ein Design nach etwa fünf Jahren altbacken. Wichtiger als die Optik ist aber die Aktualität: Eine schlichte Seite mit frischen Inhalten schlägt jedes preisgekrönte Design, dessen letzte News von 2021 stammt.
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