Zuerst: Klärt, wem die Domain gehört
Der wichtigste und am häufigsten übersehene Punkt. Bei vielen Vereinen läuft die Domain auf den ehemaligen Webmaster oder eine Agentur, nicht auf den Verein. Das fällt oft erst auf, wenn diese Person nicht mehr erreichbar ist.
Prüft deshalb vor allem anderen:
- Wer ist im Whois-Eintrag als Inhaber eingetragen? (Bei .de-Domains über die DENIC abfragbar.)
- Wer hat die Zugangsdaten zum Domain-Konto?
- Wer bezahlt die Rechnung?
Steht dort nicht der Verein, klärt das jetzt — nicht im Umzugsstress. Ein Inhaberwechsel dauert wenige Tage, wenn alle mitspielen, und wird zum echten Problem, wenn jemand nicht mehr erreichbar ist.
E-Mail-Adressen: die zweite Stolperfalle
Bei vielen Vereinen hängen die E-Mail-Postfächer beim selben Anbieter wie die Website. Wird die Domain umgezogen, ohne dass jemand daran denkt, stehen plötzlich vorstand@ oder info@ still — und niemand merkt es, weil Mails einfach nicht mehr ankommen.
Klärt vor dem Umzug:
- Welche Postfächer gibt es, und wer nutzt sie?
- Sollen sie mitziehen oder beim bisherigen Anbieter bleiben?
- Sind alte Mails gesichert, bevor etwas angefasst wird?
Am saubersten ist: Postfächer zuerst umziehen und testen, danach die Website umstellen.
Inhalte retten, bevor die alte Seite abgeschaltet wird
Alte Vereinswebsites sind oft ein Archiv: Chroniken, Turnierberichte, Fotos aus zwanzig Jahren. Vieles davon existiert nur dort.
Sichert vor dem Umzug:
- Alle Texte, insbesondere Chronik und Vereinsgeschichte
- Die Bilddateien in Originalgröße, nicht nur die verkleinerten Versionen
- Eine Liste aller Seiten — sie ist die Grundlage für die Weiterleitungen im nächsten Schritt
Wenn die alte Seite kein Backup zulässt, hilft manchmal das Internet Archive. Verlasst euch aber nicht darauf: Lieber einmal in Ruhe alles herunterladen.
Weiterleitungen einrichten — sonst verliert ihr eure Rankings
Der technisch wichtigste Punkt. Wenn eine Seite unter /verein/chronik.html erreichbar war und künftig unter /verein/chronik/ liegt, muss der Server das dauerhaft weiterleiten (Status 301). Passiert das nicht, laufen alle bestehenden Links und Suchmaschinen-Ergebnisse ins Leere.
Betroffen sind mehr Links, als man denkt: Verbandsseiten, Sponsoren, Zeitungsartikel, Lesezeichen der Mitglieder. Eine gute Weiterleitungsliste ist der Unterschied zwischen einem unbemerkten Umzug und einem halben Jahr Sichtbarkeitsverlust.
Nach dem Umzug prüfen: Sind die wichtigsten alten Adressen erreichbar? Sind sie im Google-Index aktualisiert? Eine neue Sitemap einzureichen beschleunigt das.
Die Reihenfolge, die sich bewährt hat
- Domain-Inhaberschaft klären, Zugänge sammeln
- Inhalte und E-Mails sichern
- Neue Website vollständig aufbauen und auf einer Testadresse abnehmen
- Weiterleitungsliste aus der alten Seitenstruktur erstellen
- Postfächer umziehen und testen
- Domain umstellen — am besten früh am Tag, nicht Freitagabend
- Weiterleitungen prüfen, Sitemap einreichen, ein bis zwei Wochen beobachten
- Alte Seite erst danach abschalten, nicht vorher
Bei uns übernehmt ihr davon Punkt 1 — alles andere machen wir. Ihr müsst keine Inhalte abtippen und keine Weiterleitungsliste bauen.
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Häufige Fragen
Ist unsere Website während des Umzugs offline?
Nein, wenn richtig geplant wird. Die neue Seite wird auf einer Testadresse fertiggestellt und erst freigeschaltet, wenn alles passt. Die Umstellung selbst dauert je nach Anbieter Minuten bis wenige Stunden, in denen die alte Seite noch erreichbar bleibt.
Verlieren wir unsere Position bei Google?
Nicht, wenn alle alten Adressen dauerhaft auf die passenden neuen weitergeleitet werden. Kurzfristige Schwankungen in den ersten Wochen sind normal. Ohne Weiterleitungen dagegen verliert ihr die aufgebaute Sichtbarkeit — das ist der teuerste Fehler beim Umzug.
Können wir unsere alten Fotos und Berichte behalten?
Ja. Wir übernehmen Inhalte aus der alten Website, sofern sie technisch zugänglich sind — Texte, Bilder, Chronik. Bei sehr alten Systemen kann Handarbeit nötig sein; das klären wir vorher, damit es keine Überraschung gibt.
Was ist, wenn wir die Zugangsdaten nicht mehr haben?
Das ist häufiger, als man denkt, und meist lösbar. Über den Whois-Eintrag lässt sich der Anbieter ermitteln; der Verein kann als Inhaber einen Zugangsreset oder einen Anbieterwechsel beantragen. Das dauert etwas länger, ist aber kein Grund, den Umzug aufzuschieben.
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